Olbram Zoubek

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Fotografie Olbrama Zoubka

 

Olbram Zoubek wurde im April 1926 im Prager Stadtteil Žižkov geboren. Entscheidend für seinen künstlerischen Lebenslauf war vor allem ein Kunstlehrer an der Prager Realschule, der seinen Schülern anstatt des üblichen Zeichnens das Modellieren beibrachte. Der junge Olbram entwickelte ein Talent für diese Kunst und entschied sich für die Bildhauerlaufbahn. Nach dem Abitur unmittelbar nach Kriegsende meldete er sich zum Studium an der Akademie der bildenden Künste, wurde aber nicht aufgenommen. Er konnte schließlich an der Hochschule für Kunstgewerbe studieren, was sich als sehr glückliche Fügung erwies, denn an dieser Schule unterrichteten zu dieser Zeit viele hervorragende Künstler. Olbram Zoubek kam in das Atelier von Professor Josef Vágner, der in seiner Gruppe die talentiertesten Studenten vereinigte. Eine der Kommilitoninnen war auch Eva Kmenová, eine später weltweit anerkannte Bildhauerin, die auch Zoubeks erste Ehefrau wurde.
Josef Vágner brachte seinen Studenten auch das Restaurieren bei, was für Zoubek ein Leben lang sehr nützlich werden sollte. Er stellte sich nämlich öffentlich gegen die kommunistischen Machthaber und durfte deswegen weder frei arbeiten noch seine Werke ausstellen oder verkaufen. Das Restaurieren wurde für ihn zum wichtigsten Broterwerb. Er arbeitete an der Erneuerung der Sgraffito-Verzierung am Ballhaus der Prager Burg und aufgrund dieser Erfahrung erhielt er den Auftrag, die Außenwände des Schlosses in Leitomischl zu restaurieren. Die Arbeit außerhalb der Metropole Prag war als Strafe gedacht, als Verbannung, zugleich war es allerdings eine glückliche Zeit für Zoubek. Er arbeitete hier nämlich mit Kollegen, die sein Schicksal teilten - unter ihnen die hervorragenden Künstler Zdeněk Palcr, Václav Boštík und Stanislav Podrázský. Sie erneuerten gemeinsam die Schlosssgraffitos, aber an den nicht mehr erhaltenen Flächen konnten sie ihr künstlerisches Potenzial entfalten, wodurch das Leitomischler Schloss nicht nur zu einem erstaunlichen Renaissancedenkmal wurde, sondern eigentlich auch zu einer riesigen Galerie bedeutender tschechischer Gegenwartskünstler. Im Laufe der 17 Arbeitssaisons heiratete Olbram Zoubek in Leitomischl zum zweiten Mal und lebt heute wechselweise in Prag und in Leitomischl. Deshalb stellte er auch eine umfassende Sammlung seiner Skulpturen für diese Ausstellung im Schlosskeller zur Verfügung.

 

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